Kariert & Rosa im Prater: Die winzige Republik Kugelmugel in der Hauptallee

Der berühmte Prater in Wien besteht nicht nur aus dem großen Vergnügungsteil mit vielen Fahrgeschäften, Karussells, Achterbahnen und anderem Attraktionen (in diesem Beitrag zu sehen). Ein anderer, großer Teil der Prater-Fläche sind Bäume, Wiesen und die Prater Hauptallee. Bereits 1537 unter Kaiser Ferdinand I. angelegt, diente sie ursprünglich als repräsentativer Weg zur höfischen Jagd und wurde später zum beliebten Ort für Kutschenfahrten und Lustbarkeiten. Heute trifft man hier Spaziergänger, Jogger und Radfahrer. 

Geht man die Hauptallee entlang, stößt man auf eine kleine Kuriosität: die Republik Kugelmugel. 

Heute zeige ich euch mein aktuelles Outfit (Hose in sehr kleinem Karomuster in warmen Brauntönen, rosa Pullover und beige Cordjacke) und ein paar Fotos von diesem Spaziergang. Es war ein richtig trüber Nachmittag, doch von der Stimmung her schön.

LoveT in meinem Winter-Outfit vor einer Station der Liliputbahn im Wiener Prater – karierte Hose in Brauntönen, rosa Rollkragenpullover, beige Cordjacke
Vor einer Station der Liliputbahn in der Prater Hauptallee

Ich stehe hier in der Prater Hauptallee, hinter mir ist eine der Stationen der Liliput-Bahn - die kleine Bahn, mit der man durch den Wiener Prater fahren kann. Die Liliputbahn wurde am 1. Mai 1928 feierlich eröffnet und ist bis heute eine echte Attraktion. Es sind sogar noch originale Dampflokomotiven neben Dieselloks im Einsatz. Momentan steht die Bahn still, ab Mitte März ist sie aber wieder bis Ende Oktober in Einsatz. 

Outfit-Details:
Die braunkarierte Hose von Only ist extrem weit geschnitten - ich mag das sehr. Der rosa Rollkragenpullover ist mein kleiner Farbtupfer an diesem grauen Tag, er hebt definitiv meine Laune. 

Die Prater Hauptallee im Winter ohne Schnee – kahle Bäume entlang der Allee, ruhige Atmosphäre in Wien
Die Prater Hauptallee 

Republik Kugelmugel

Eingang der Republik Kugelmugel im Prater Wien – Straßenschild Antifaschismusplatz 1 und der kleine Kugelbau
Eingang zur Republik Kugelmugel – Antifaschismusplatz 1. Ein winziger Mikrostaat.

Und dann, nach ein paar hundert Metern durch die stille Hauptallee, steht man plötzlich vor diesem kleinen, runden Kugelhaus – der Republik Kugelmugel

Gegründet wurde sie in den 1970er-Jahren von dem Künstler Edwin Lipburger als Protest gegen die Baubehörden: Er hatte seine kugelförmige Kunstinstallation ohne Genehmigung gebaut und kurzerhand zur "souveränen Republik" erklärt. Das kleine Gebäude steht im Prater, umgeben von einem Stacheldrahtzaun, und hat seitdem eine eigene Adresse: Antifaschismusplatz 1. Der Name ist Programm.

Das Banner mit Edwin Lipburgers Namen hängt immer noch da, und das Ganze wirkt wie eine winzige, trotzige Enklave mitten in Wien. Seit Lipburgers Tod 2015 führt sein Sohn Nikolaus (und jetzt offenbar eine neue Präsidentin) die Geschäfte weiter. Fun-Fact: Man kann tatsächlich Staatsbürger werden! Auf der offiziellen Homepage (republik-kugelmugel.at) gibt es ein Formular zum Download – ausfüllen, abschicken und schon ist man offizieller Bürger dieses Mikrostaats. Kein echter Pass für den Flughafen, aber ein Zertifikat und das gute Gefühl, Teil einer der kleinsten "Nationen" der Welt zu sein. 

Seitenansicht der Republik Kugelmugel mit Banner des Gründers Edwin Lipburger – Mikrostaat im Wiener Prater
Seitenansicht mit dem Banner von Edwin Lipburger – Gründer von Kugelmugel

Vor diesem kleinen Kugelhaus mit dem Banner von Edwin Lipburger fühlt man sich plötzlich in einer anderen Welt: Protest, Kunst, Freiheit – alles in einer Kugel verpackt. Der Stacheldraht wirkt fast wie ein Schutzschild gegen die Normalität. Und das Schönste: Die Republik ist offen für alle – man kann aus jedem Land Staatsbürger werden. Ein kleiner, symbolischer Akt der Freiheit. Und tatsächlich sind die meisten Staatsbürger der Republik Kugelmugel Menschen aus entfernten Ländern. 

liebst, LoveT

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