In der Blog-Reihe "Wiener Einkaufsstraßen" möchte ich euch heute gerne die Wiedner Hauptstraße im 4. Bezirk vorstellen. Sie wurde 2024 zur klimafitten Einkaufsstraße umgestaltet - ein wirklich wertvolles Prädikat, auch wenn der volle Umfang erst im Frühling richtig sichtbar wird, wenn alles grünt und blüht. Es gibt nun 1.300 m² neue Grünflächen, zusätzliche Bäume, verbesserte Fahrbahnüberquerungen für uns Fußgänger, mehr Sitzgelegenheiten und natürlich einen baulich getrennten 2-Richtungs-Radweg.
Das waren einige Fakten zu einer der lebendigsten Einkaufsstraßen im 4. Bezirk Wieden, mitten in Wien. Es sind hier Boutiquen, Ethno-Mode, Hutmacher, Geschäfte für Unterwäsche, Lederwaren, Schuhe, Juweliere, Parfümerien, Apotheken, Buchhandlungen, vergolder Werkstätten und noch vieles andere zu finden. Heute möchte ich mich dem Besonderen widmen, das hier zu entdecken ist.
Ein (vielleicht) spannendes Detail: Im 4. Bezirk (Wieden) wohnt man in Wien nicht "in Wieden", sondern "auf der Wieden" - ein Begriff, der bis ins Jahr 1211 zurückreicht.
Das beeindruckende Klimt-Mural an der Hauswand
Das Triest - Hotel im Freihausviertel Wien
Nur ein paar Schritte weiter – liegt ein weiterer Schatz der Straße: das Hotel Das Triest (heute Radisson Blu Das Triest Hotel). Ursprünglich war es im 18. Jahrhundert ein Stall für die berühmte Postkutschenlinie zwischen Wien und Triest.
1995 wurde es zum ersten echten Design-Hotel Wiens umgewandelt, gestaltet vom britischen Designer Sir Terence Conran. Über die Jahre entwickelte es sich zu einem beliebten Treffpunkt für Prominente – Stars wie Robbie Williams (der sogar seinen eigenen Cocktail hier hatte!), Lady Gaga, Coldplay, Whitney Houston, Johnny Depp und viele andere internationale und österreichische Berühmtheiten haben hier genächtigt oder in der legendären Silver Bar entspannt.
Vor allem Robbie Williams schätzte die Intimität und Diskretion in der Silver Bar so sehr, dass er den legendären Barchef Djibril Keita sogar backstage zu seinem Konzert in Wien holte und die Bar nachbauen ließ – exklusiv für seine Drinks! Keita, der nie selbst Alkohol trank, aber alles per Nase "schmeckte", kreierte für ihn einen speziellen Drink, der als "Robby-Williams-Drink" bekannt wurde und angeblich fruchtig nach Grapefruit und Cranberry schmeckte. Das genaue Rezept blieb natürlich sein Geheimnis – typisch für einen echten Wiener Gentleman hinter der Bar.Nach einer längeren Pause und einer umfassenden Renovierung strahlt es seit 2025 wieder in neuem Glanz als Teil der Radisson Blu-Gruppe. Es ist schön das es wieder geöffnet ist, denn es ist ein Stück lebendige Wiener Kultur.
Ein paar weitere schöne Details
Es sind ja auch die kleinen Dinge, die eine Straße so liebenswert machen.
Ein weiteres kulturelles Juwel ist die Freie Bühne Wieden in der Nr. 60b: Ein kleines Privattheater, 1976 von der Schauspielerin Topsy Küppers gegründet. Das Gebäude hat mittelalterliche Wurzeln – früher war hier ein Kloster. Hier werden Uraufführungen und selten gespielte Stücke gezeigt, in einer sehr intimen Atmosphäre.
Alte Trafik mit ihrem türkisen Eingang
Das letzte Winteroutfit für diese Saison
Der Flora Hof, secessionistisches Miethaus, erbaut 1901/1902 von Oskar Laske.
Das Hellgrün strahlt Nostalgie und Wärme aus – typisch für die schönen Fassaden auf der Wieden.
Theater Freie Bühne Wieden
Haushaltswarengeschäft "Goldene Kugel"
Zukunftshandlung
Heimweh - zu verkaufen
Der Eingang mit dem großen "Heimweh" und darunter "Zu verkaufen" – das hat mich zum Schmunzeln gebracht. Früher ein gemütlicher Concept-Store für kuschelige Textilien aus Vorarlberg, Skandi-Chic und Heimeliges. Nun steht alles still. Heimweh zu verkaufen – na, das wäre doch mal ein echtes Schnäppchen! Wer braucht schon ein Souvenir, wenn man gleich die ganze Sehnsucht mitnehmen kann? *lach Aber im Ernst: Es tut ein bisschen weh, so einen schönen Laden leer zu sehen, und ich hoffe sehr, dass bald wieder etwas Einladendes einzieht.
Bis zum nächsten Mal in meiner Reihe "Wiener Einkaufsstraßen"
liebst, LoveT










Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen