Dem Licht entgegen: Vom inneren Freiraum und der sanften Kraft des Loslassens

 
Manchmal führt uns der Alltag an Orte, die auf den ersten Blick gar nicht glanzvoll wirken. Bei meinem letzten Spaziergang durch unser schönes Wien landete ich mitten unter dem dichten Gerüst einer Baustelle. Überall Staub, Metallstangen und grauer Beton. Doch genau dort fiel mein Blick auf einen kleinen, hellen Sonnenstrahl, der sich den Weg durch die Wolken gebahnt hatte.

Bloggerin LoveT in Wien unter einem Baustellengerüst. Sie trägt ein gelbes Top, eine weiße Kurzarmbluse, eine weite schwarze Hose und eine gemusterte Tasche.

In diesem Moment musste ich an diesen wunderbaren Satz denken: "Egal was passiert, dreh dein Gesicht immer zur Sonne und zum Licht." Es liegt eine so unbeschwerte Kraft darin, sich ganz bewusst auf das Schöne zu konzentrieren – selbst wenn das Leben um einen herum gerade wie eine unfertige Baustelle wirkt.

Mein Look: Sommerliches Gelb trifft auf urbane Klassiker

Für diesen Tag habe ich mich für eine Farbkombination entschieden, die auf mich pure Lebensfreude ausstrahlt. Ich trage ein leuchtend gelbes Top, kombiniert mit einer luftigen, weißen Kurzarmbluse, die für die nötige sommerliche Leichtigkeit sorgt.

Detailaufnahme des Sommeroutfits für Frauen ab 60: Ein leuchtend gelbes Top kombiniert mit einer offenen weißen Bluse und einer gemusterten Schultertasche.

Dazu kombiniere ich eine weite, schwarze Hose, die einfach perfekt für einen gemütlichen Stadtbummel ist. Flache weiße Sneaker und meine gemusterte Zickzack-Tasche machen den Look komplett – ein bequemes, aber stilvolles Outfit, in dem ich mich rundum wohlfühle.

Die wunderbare Freiheit des Loslassens

Das gelbe Oberteil passt für mich übrigens hervorragend zum Thema Loslassen, denn Gelb ist eine zutiefst positive, befreiende Farbe. 

Wir verbinden Loslassen so oft mit schweren Abschieden oder dem Aussortieren von materiellen Dingen. Aber es bedeutet noch so viel mehr. Schon mein ganzes Erwachsenenleben lang nehme ich mir immer wieder bewusste Auszeiten. Ich halte meine Welt für einen kurzen Moment an, blicke mich um und ziehe eine ehrliche Bilanz: Was ist gerade in meinem Leben präsent? Was davon liebe ich und tut mir gut? Und wofür ist die Zeit einfach reif, um es in Dankbarkeit gehen zu lassen?

Dieses Loslassen findet vor allem auf der geistigen Ebene statt. Es geht weit über das bloße Ausmisten des Kleiderschranks hinaus. Viel befreiender ist es oft, tief sitzende, alte Denkmuster, Gewohnheiten oder fremde Erwartungen abzustreifen. Und genau dann entsteht plötzlich Raum für echte Leichtigkeit und gedankliche Klarheit.

Manchmal bleibt beim Aufräumen der Seele auch ein hartnäckiges kleines Stück zurück – Dinge oder Situationen, die ich eigentlich gar nicht mag. Oft sind das Umstände, die ich nie aktiv gesucht habe, sondern die irgendwann einfach ungefragt in mein Leben hineingeschneit sind. Da ich diese "ungebetenen Gäste" niemals in mein Leben eingeladen habe, verabschiede ich sie heute umso aktiver und gezielter. 

Wir müssen nicht alles festhalten, was ungefragt an unsere Tür klopft. Und das Schönste daran? In dem Moment, in dem diese Last abfällt, breitet sich eine wunderbare, tiefe Erleichterung in mir aus. Es ist ein Gefühl von purem Aufatmen und unbeschwerter Leichtigkeit. Erst wenn dieser Ballast weg ist, spüre ich, wie viel frische Energie wieder fließen kann. Mit den Jahren – und besonders in der zweiten Lebenshälfte – lerne ich diese innere Freiheit und den selbstbestimmten Freiraum immer mehr zu schätzen.

Freiraum für kleine Alltagsmomente

Auch an diesem Tag hat mir Wien wieder einmal gezeigt, wie viel Charme im Unerwarteten steckt. An einer Hauswand entdeckte ich die gelbe Frontkarosserie einer indischen Autorikscha – ein Tuk-Tuk mitten in der Stadt, das sofort Urlaubsflair versprühte.

Gelbe Frontkarosserie einer indischen Autorikscha (Tuk-Tuk) als originelle Dekoration an einer Wiener Hauswand.

Nur ein Stück weiter zog der Eingang eines wunderbaren, alten Schallplattengeschäfts auf der Margaretenstraße meine Aufmerksamkeit auf sich. An dem alten, rosa Portal prangt die Aufschrift "Sissy Sound". 

Der Eingang des Schallplattengeschäfts Sissysound in Wien mit seinem charmanten alten, rosa Portal.

In einer Welt, in der alles digitaler wird, tat dieser Anblick irgendwie wohlig gut. Es hat mir gezeigt, wie schön es ist, wenn Gutes einfach bestehen bleibt. Wahre Herzensprojekte und Orte mit echter Seele überdauern eben die Zeit – genau wie die Musik auf echtem Vinyl.

liebst, LoveT

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