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Samstag, 4. Februar 2017

Leben - Glutenfrei & Laktosefrei brauchen keine Gegenbewegung


Wie fängt man so einen Beitrag an, einen, den ich nie dachte schreiben zu müssen. 
Vor ca.10 Jahren war das Leben als Mensch mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit noch ziemlich kompliziert und oftmals auch wenig angenehm. Ich werde nie vergessen, als ich mit hochrotem Kopf ein Geschäft in der inneren Stadt verlassen hatte, weil mich alle anstarrten als sei ich nicht normal. Und das, weil die Verkäuferin zu schreien anfing, als ich sie fragte ob etwas glutenfrei sei. Sie schrie, es würden hier nur Sachen verkauft, die alle zugelassen sind! Sie ließ mich nicht einmal erklären, was ich wissen wollte, sie schrie immer weiter. Also habe ich, begleitet von wildem Geschrei, das Geschäft verlassen.
Ich hatte diese Geschichte schon einmal erzählt, aber unter anderen Umständen. Nämlich zu einer Zeit als ich Freude damit hatte, das nun das Wort glutenfrei, einigen Menschen keine Angst mehr machen müsse. Sie es nun kennen und deswegen nicht mehr anfangen müssen zu schreien. 
Denn wie unter anderem, Kierkegaard und auch Rilke in der Art so schön sagten, dem Menschen machen Dinge Angst, die er nicht kennt. 

Weizenfrei, glutenfrei, laktosefrei - fast jeder weiß nun was das ist. 


Noch vor ca.15 Jahren glich es einem Spießrutenlauf etwas essen zu gehen oder auch nur simpel einzukaufen. Heute kann ich im Supermarkt nicht nur laktosefreie Milch kaufen, sondern bekomme dort auch, laktosefreien Topfen, Butter, Schlagobers und Cremé fraiche. Viele Restaurants bieten 2 bis 3 glutenfreie Gerichte in ihrer Karte an und eine laktosefreie Melange gibt es fast in jedem Kaffeehaus. Ernährung ist um so vieles leichter geworden für Menschen mit Unverträglichkeiten. Fast jeder weiß um was es dabei geht und wir bekommen unsere Lebensmitteln für den täglichen Bedarf, gefühlt, überall.

Minderheiten provozieren fast immer eine Gegenbewegung


Es macht mich traurig, das nun vermehrt, Anti-glutenfrei oder laktosefrei Artikel geschrieben werden. Alle unter dem Deckmantel des Sarkasmus. In der Art, Hilfe, wir werden von denen die seltsam essen, bedroht! Sie unterwandern uns!
Denn die Wahrheit geht anders.
Menschen die glutenfrei, weizenfrei, laktosefrei und weiß der Geier was leben, sind noch immer eine klare Minderheit. 
Alle die Getreide und normale Milchprodukte zu sich nehmen können, sind die große Mehrheit! Schaut euch einmal um auf dem Markt, es nimmt euch niemand etwas weg, alle eure Sachen sind noch da!
Was macht euch denn so viel Angst, so das ihr es in die Welt rausschreien müsst? Das kleine Regal mit laktosefreien Milchprodukten, ganz am Ende, der riesigen Kühltheke? Oder die, versteckt in einer Ecke gelagerten, Brote und Nudeln ohne Weizen? 

Ich weiß das nun viele hier lesen, die gar nicht zu denen gehören, die Menschen mit diätischer Ernährung als seltsam empfinden oder gar angreifen. Aber ich wollte es ansprechen, denn ich möchte das gute Gefühl, das ich momentan mit meiner Art zu essen habe, nicht verlieren. 

Und vielleicht hilft es auch zu sagen, das es ganz viele Kinder gibt, die Zöliakie haben. Kinder die kein Getreide vertragen oder auch viele die keine Laktose zu sich nehmen können, weil sie sonst Schmerzen bekommen. Deren Mütter sich in Foren gegenseitig helfen, nach Rezepten fragen und Rezepte teilen, damit ihr Kind im Kindergarten oder der Schule, etwas ähnliches aus der Jausenbox holen kann, wie all die anderen Kinder.
Es gibt glutenfreie Lebensmittelmarken die sich Gedanken machen, glutenfreie und laktosefreie Produkte auf den Markt zu bringen, die aussehen wie Prinzenrolle, Oreo, Messino oder was eben gerade bei den Kids gefragt ist. 
Ich wollte das erwähnen, weil vielleicht wißt ihr das nicht und schreibt deswegen so sarkastisch über den Boom zu glutenfrei. 
Ja, es gibt momentan einen Hype/Trend zu diätischen Lebensmitteln, aber wie alles was Mode ist, wird er vergehen. Und danach sollten wir Menschen, mit Lebensmittelunverträglichkeiten, nicht schlechter dastehen als davor. Denn eigentlich ist, gegen diese Art der diätischen Ernährung vorzugehen, die manche Menschen nun einmal der Gesundheit wegen einhalten müssen, ja auch irgendwie nur ein kleiner Hype, den man als erwachsener Mensch gut auslassen könnte. Überlegt es euch also bitte bevor, und ob ihr überhaupt, so einen Beitrag freischalten mögt. Denn Sarkasmus gegenüber Minderheiten, ist nie wirklich richtig. Auch nicht wenn er euch, für einen Moment, einige herzhafte Lacher und die Zustimmung der Leser beschert. Denn klar werdet ihr dafür beklatscht, denn ihr seid in der Überzahl, und somit lauter! Aber für etwas einzustehen, ohne etwas anderes runterzumachen, ist der viel elegantere Weg.
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